Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe, wenn Fragen nach Identität, Freiheit, Verantwortung, Selbstbestimmung und der Würde des Menschen behandelt werden. Es eröffnet einen lebensweltlichen Zugang zu der Frage, wie Menschen ihren Platz in der Gesellschaft finden und welche Rolle persönliche Überzeugungen dabei spielen. Die kurzen und authentischen Aussagen regen Lernende dazu an, eigene Erfahrungen mit gesellschaftlichen Erwartungen zu reflektieren und mit den Aussagen der Befragten zu vergleichen.
Als Einstieg können die Lernenden zunächst Vermutungen darüber äußern, welche Erwartungen die Gesellschaft heute an junge Menschen stellt. Nach dem Ansehen des Videos sammeln sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Antworten der Interviewpartner. Anschließend können sie diskutieren, welche Erwartungen als hilfreich und welche als belastend erlebt werden.
Im weiteren Unterricht bietet sich eine Verbindung zu biblischen Texten an. So können die Berufungsgeschichten verschiedener biblischer Personen oder das Leben Jesu daraufhin untersucht werden, wie sie gesellschaftlichen Erwartungen begegnen und ihrem Auftrag treu bleiben. Ebenso kann das christliche Menschenbild thematisiert werden, nach dem jeder Mensch einzigartig und von Gott gewollt ist. Die Lernenden können überlegen, wie dieses Verständnis dabei helfen kann, den eigenen Weg zu finden und sich nicht ausschließlich an den Erwartungen anderer zu orientieren.
Methodisch eignet sich das Video für Partnergespräche, Gruppenarbeiten oder eine Positionierung im Klassenraum. Aussagen aus dem Video können auf Karten notiert und nach Zustimmung oder Ablehnung sortiert werden. Ebenso können Rollenspiele entwickelt werden, in denen Konflikte zwischen persönlichen Überzeugungen und gesellschaftlichen Erwartungen dargestellt werden. Abschließend bietet sich eine Schreibaufgabe an, in der die Lernenden einen Brief an ihr zukünftiges Ich verfassen und beschreiben, welche Werte ihnen für ihren eigenen Lebensweg wichtig sind.